Braunkohlenwald

Die Entstehungsgeschichte der Braunkohle in Mitteldeutschland soll den Besuchern im Braunkohlewald mit seinem Lehrpfad näher gebracht werden. Der Lehrpfad des Braunkohlenwaldes gibt mit ausgewählten Pflanzenarten einen Überblick, wie eine mitteldeutsche Moorlandschaft ausgesehen haben mag. Die verschiedenen angelegten Pflanzbecken entlang des Lehrpfades verdeutlichen die Entstehung der Braunkohle vom Sumpfwald bis hin zum Laubmischwald.

Diese Entstehung begann im Tertiär vor 45 bis 15 Millionen Jahren. Das Landschaftsbild wurde in dieser Zeit durch riesige Wälder mit üppiger Vegetation bestimmt. In der Braunkohle selbst werden heute noch viele pflanzliche Überreste, die auf die damaligen Lebensräume und die Vegetation Rückschlüsse zulassen, gefunden. Viele Holzgewächse der Sumpfwälder gehörten zu den Bestandteilen der Braunkohlenflora. In den Braunkohlenmooren wuchsen und vergingen in Millionen von Jahren Unmengen von Bäumen, Farnen und Gräsern. Nadeln und Laub, Äste und Zweige sanken ebenso wie umgestürzte Bäume ins Wasser ein. Immer wieder entstand darauf eine Vegetation. Unter Wasser waren die Pflanzen der Zersetzung an der Luft entzogen. Mikroorganismen wandelten die pflanzlichen Substanzen in einem biochemischen Prozess um.

Die Torfschichten wurden von Ton-, Kies und Sandschichten überlagert. Diese Schichten erzeugten einen riesigen Druck, die Temperatur stieg an. Nur unter diesen Bedingungen konnte der Inkohlungsprozess, die Umwandlung von Torf zu Braunkohle auf bio- und geochemischen Wege ablaufen. Dadurch verlor die Pflanzensubstanz in Millionen von Jahren ihre Struktur. Entgasung und Entwässerung bewirkten eine starke Schrumpfung der pflanzlichen Masse auf circa ein Drittel. Lag der Kohlenstoffgehalt des Torfes bei 53 bis 62 Prozent, so ist er bei der Braunkohle auf 63 bis 76 Prozent angestiegen.